Schiebetür, Falttür oder Vorhang: So trennen Sie Räume in der Mietwohnung richtig ab
Eine offene Küche neben dem Homeoffice, ein Durchgangszimmer in der WG oder ein schmaler Flur ohne Tür kosten im Alltag Ruhe, Wärme und Privatsphäre. Für Mietwohnungen sind vor allem drei Lösungen realistisch: Aufputz-Schiebetür, Falttür oder schwerer Vorhang auf Deckenschiene.
Der Unterschied liegt nicht nur im Preis, sondern auch in Bohrlöchern, Schallschutz, Bedienkomfort und Rückbaubarkeit. Gerade im Altbau mit krummen Wänden und 2,80 m bis 3,20 m Raumhöhe lohnt sich ein genauer Vergleich vor dem Kauf.
Auf einen Blick
- Günstigste Lösung: ein dichter Vorhang auf Deckenschiene ab etwa 120 bis 250 EUR inklusive Schiene, Gleitern und Stoff.
- Beste optische Trennung: eine Aufputz-Schiebetür aus Holz oder Glas ab etwa 280 bis 650 EUR Materialkosten.
- Wenig Platzbedarf: eine Falttür eignet sich für Nischen, Abstellräume und kleine Bäder, wirkt aber einfacher.
- Mietwohnung: Bohren in Wand oder Decke gilt meist als vertragsgemäßer Gebrauch, größere bauliche Änderungen sollten schriftlich mit dem Vermieter geklärt werden.
Drei Lösungen im Vergleich
In der Praxis entscheidet zuerst die Öffnung: Ist neben der Türöffnung genug Wandfläche vorhanden, funktioniert eine Schiebetür gut. Fehlt seitlich Platz, kommen Falttür oder Vorhang infrage.
Für einen normalen Durchgang in deutschen Wohnungen sollten Sie mit 80 cm bis 90 cm lichter Breite rechnen. Bei barrierearmer Planung orientiert man sich häufig an DIN 18040, dort sind 90 cm lichte Türbreite ein wichtiger Richtwert. In vielen Altbauwohnungen liegen vorhandene Durchgänge aber nur bei 73,5 cm oder 86 cm.
Wenn Sie auch Wärmeverluste zwischen Flur und Wohnbereich reduzieren möchten, ist die Dichtheit entscheidend. Mehr zu kleinen Maßnahmen gegen Zugluft passt gut zum Thema Zugluft in der Wohnung stoppen.
| Lösung | Vorteile | Nachteile |
| Aufputz-Schiebetür | wertige Optik, kein Schwenkbereich, gut für Wohnraum und Schlafzimmer | braucht seitlich Wandfläche, Montage muss exakt sein, meist teurer |
| Falttür | günstig, schnell montiert, passt in schmale Nischen und Abstellräume | geringer Schallschutz, einfache Optik, Schienen verschleißen schneller |
| Schwerer Vorhang | sehr rückbaubar, weich im Raum, gut für WG und Homeoffice | keine feste Tür, weniger Geruchsschutz, Stoff muss gepflegt werden |
| Glas-Schiebetür | hell, modern, ideal für Flur und Küche | Fingerabdrücke sichtbar, Sicherheitsglas nötig, weniger Privatsphäre |

Planung: Maße, Wand, Mietrecht und DIN
Öffnung und Laufweg richtig messen
Messen Sie zuerst die lichte Öffnung in Breite und Höhe an drei Stellen. Bei einem Durchgang von 86 cm Breite sollte das Türblatt einer Schiebetür meist 96 cm bis 100 cm breit sein, damit links und rechts genug Überdeckung bleibt. Die Schiene sollte mindestens die doppelte Türblattbreite haben, bei 90 cm Türblatt also etwa 180 cm.
Bei der Höhe ist der Bodenaufbau wichtig. Laminat, Teppich oder ein dicker Läufer können die Unterkante stören. Üblich sind 5 mm bis 10 mm Bodenluft, bei unebenen Dielen im Altbau besser 10 mm bis 15 mm.
Wand und Decke prüfen
Eine Schiebetür hängt an der Wand oder an der Decke. Eine massive Ziegelwand trägt eine 35 kg schwere Holztür meist problemlos, wenn passende Dübel verwendet werden. Bei Gipskarton brauchen Sie Unterkonstruktion, Hohlraumdübel oder eine tragende Montageplatte.
Erfahrungsgemäß unterschätzen viele Mieter das Gewicht einer Glas-Schiebetür. Ein Türblatt aus Einscheiben- oder Verbundsicherheitsglas kann je nach Größe 35 kg bis 55 kg wiegen. Für eine 100 cm x 205 cm Glastür sollten Sie die Tragfähigkeit der Schiene und die Befestigung sehr genau prüfen.
Mietrecht: Was ist noch rückbaubar?
Normale Dübellöcher sind in einer Mietwohnung meist unkritisch, wenn sie beim Auszug fachgerecht verschlossen werden. Eine fest eingebaute Trockenbauwand, das Kürzen einer Zarge oder das Entfernen vorhandener Türen ist dagegen eine bauliche Veränderung und sollte schriftlich genehmigt werden.
Bei einer Wohnung mit Denkmalschutz, stuckverzierten Decken oder alten Kassettentüren ist besondere Vorsicht sinnvoll. Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Eine Deckenschiene wird ohne Prüfung in alten Putz geschraubt, obwohl darunter keine tragfähige Schicht sitzt. Das führt später zu Rissen, lockeren Schrauben oder einer schleifenden Tür.
Schallschutz realistisch einschätzen
Eine nachgerüstete Raumtrennung ersetzt keine massive Wand nach DIN 4109. Eine Schiebetür mit Bürstendichtung kann Gespräche dämpfen, macht aus einem Durchgangszimmer aber kein vollwertig ruhiges Schlafzimmer. Ein schwerer Molton- oder Wollvorhang verbessert vor allem den Hall und die gefühlte Abschirmung.
Wenn Schallschutz Ihr Hauptproblem ist, sollten Sie zusätzlich Teppiche, Dichtungen und Wandabsorber prüfen. Einen weiterführenden Überblick finden Sie unter Schallschutz im Altbau verbessern.
Montage und Kosten Schritt für Schritt

Option 1: Aufputz-Schiebetür
Eine einfache Holz-Schiebetür als Komplettset kostet im Baumarkt etwa 180 bis 350 EUR. Für eine bessere Oberfläche, Soft-Close und stabilere Laufschiene liegen realistische Materialkosten bei 350 bis 650 EUR. Eine Glas-Schiebetür mit Sicherheitsglas kostet häufig 450 bis 900 EUR.
Hinzu kommen Kleinteile: gute Dübel und Schrauben 10 bis 25 EUR, Griffmuschel oder Stangengriff 20 bis 80 EUR, Soft-Close-Dämpfer 35 bis 90 EUR. Wenn ein Handwerker montiert, sollten Sie je nach Region mit 220 bis 500 EUR Arbeitskosten rechnen. In München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Angebote oft am oberen Ende.
Die Montage läuft in fünf Schritten: Höhe anzeichnen, Tragprofil exakt waagerecht befestigen, Laufwagen montieren, Türblatt einhängen, Bodenführung einstellen. Eine 2 m lange Wasserwaage oder ein Laser ist hier kein Luxus. Schon 3 mm Gefälle können dazu führen, dass die Tür von allein auf- oder zuläuft.
Option 2: Falttür
Eine Kunststoff-Falttür beginnt bei etwa 45 bis 90 EUR. Stabilere Modelle mit besserer Optik liegen bei 120 bis 240 EUR. Für Feuchträume oder stärker genutzte Durchgänge sollten Sie nicht das billigste Modell wählen, weil Scharniere und Laufrollen die Schwachstellen sind.
Falttüren brauchen weniger seitliche Wandfläche als Schiebetüren. Dafür verkleinern sie die lichte Öffnung, weil das gefaltete Paket im Durchgang steht. Bei einer 80 cm breiten Öffnung bleiben je nach Modell nur etwa 68 cm bis 74 cm Durchgangsbreite übrig.
Für Abstellkammer, Speisekammer oder Gäste-WC kann das ausreichen. Für Schlafzimmer, Wohnküche oder Kinderzimmer wirkt eine Falttür oft zu leicht. Sie schließt selten wirklich dicht und hält Kochgerüche nur begrenzt zurück.
Option 3: Vorhang auf Deckenschiene
Ein guter Raumteiler-Vorhang besteht nicht aus dünner Dekoration, sondern aus schwerem Stoff. Für eine Öffnung von 90 cm Breite sollten Sie wegen Faltenwurf mindestens 180 cm Stoffbreite einplanen. Bei einer Raumhöhe von 2,55 m brauchen Sie meist 250 cm bis 260 cm Stoffhöhe.
Eine 2-läufige Deckenschiene kostet 25 bis 80 EUR. Gleiter, Endstücke und Deckenclips liegen bei 10 bis 25 EUR. Ein schwerer Verdunkelungsstoff oder Akustikstoff kostet je nach Qualität etwa 25 bis 60 EUR pro laufendem Meter. Realistisch landen Sie für eine ordentliche Lösung bei 150 bis 350 EUR.
Aus eigener Erfahrung ist diese Variante besonders stark in WG-Zimmern, offenen Schlafnischen und Homeoffice-Ecken. Sie ist schnell demontiert, verursacht wenige Spuren und verbessert gleichzeitig die Raumakustik. Gegen Zugluft wirkt sie nur dann, wenn der Stoff bis knapp über den Boden reicht und seitlich überlappt.
Beispiel: 75 m² Altbauwohnung in Hamburg
In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg soll der Durchgang zwischen Flur und Wohnzimmer geschlossen werden. Die Öffnung ist 88 cm breit und 212 cm hoch, daneben stehen 115 cm freie Wandfläche zur Verfügung. Eine Aufputz-Schiebetür mit 100 cm Breite passt, weil die seitliche Parkfläche ausreicht.
Die Materialrechnung sieht so aus: Holz-Schiebetürset 329 EUR, Soft-Close 59 EUR, Griff 39 EUR, Dübel und Schrauben 18 EUR. Mit Handwerkermontage für 320 EUR kostet die Lösung rund 765 EUR. Ohne Montage wären es 445 EUR, dafür braucht man zwei Personen, Bohrmaschine, passenden Bohrer und genaues Ausrichten.
Wäre neben der Öffnung nur 50 cm Platz, wäre die Schiebetür nicht sinnvoll. Dann wäre ein Vorhang auf Deckenschiene für etwa 230 EUR oder eine Falttür für 150 EUR die realistischere Wahl.
Welche Lösung passt zu welchem Raum?
Wohnzimmer und Küche
Zwischen Wohnzimmer und Küche zählt die Mischung aus Optik, Geruchsschutz und Alltagstauglichkeit. Eine Schiebetür mit dichtem Türblatt ist hier meist die beste Lösung. Glas hält den Flur hell, Holz wirkt wohnlicher und verdeckt Unordnung besser.
Bei einer offenen Küche im Neubau sollten Sie prüfen, ob eine nachträgliche Trennung mit Lüftung und Rauchwarnmeldern harmoniert. Eine Tür darf keine notwendige Luftführung blockieren, wenn zum Beispiel innenliegende Räume über andere Bereiche belüftet werden. Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, betrifft eher die energetische Gebäudehülle, aber dichte Raumtrennungen können das Heizverhalten in der Wohnung spürbar verändern.
Schlafzimmer und WG-Zimmer
Für ein Schlafzimmer ist Privatsphäre wichtiger als reine Optik. Eine Holztür schirmt besser ab als Glas und wirkt abends ruhiger. Wenn Bohren vermieden werden soll, ist ein schwerer Vorhang mit Deckenklemmstangen nur bedingt stabil, besser ist eine verschraubte Deckenschiene mit späterem Rückbau.
In einer WG ist der Vorhang oft die pragmatischste Lösung, wenn ein Durchgangszimmer halbiert wird. Er kostet wenig, lässt sich bei Auszug mitnehmen und passt auch bei krummen Wänden. Für echte Ruhe reicht er aber nicht, wenn daneben telefoniert oder gekocht wird.
Bad, Abstellraum und Flur
Im Bad sollten Sie Feuchtigkeit beachten. Kunststoff-Falttüren sind unempfindlich, wirken aber selten hochwertig. Eine Holz-Schiebetür im Bad braucht gute Oberflächenversiegelung und Abstand zu direkter Nässe.
Im Flur sind Schiebetüren praktisch, weil kein Türblatt in den Verkehrsweg schwenkt. Achten Sie darauf, dass Garderobe, Lichtschalter und Steckdosen nicht vom laufenden Türblatt verdeckt werden. Bei nur 1,05 m Flurbreite kann schon ein 4 cm vorstehender Griff stören.
Zusammenfassung
- Öffnung an drei Stellen messen: Breite, Höhe und seitlichen Platz für das Türblatt prüfen.
- Für Schiebetüren etwa doppelte Türblattbreite als Schienenlänge einplanen, zum Beispiel 180 cm Schiene für 90 cm Türblatt.
- In der Mietwohnung größere Eingriffe schriftlich abstimmen, besonders bei Zargen, Deckenstuck und Trockenbau.
- Schiebetür wählen, wenn Optik, Wertigkeit und Bedienkomfort wichtig sind.
- Falttür wählen, wenn wenig Platz und kleines Budget wichtiger sind als Schallschutz.
- Vorhang wählen, wenn maximale Rückbaubarkeit, weiche Akustik und niedrige Kosten zählen.
- Für eine solide Raumtrennung realistisch 150 bis 900 EUR einplanen, je nach Lösung und Montage.
Häufige Fragen
Darf ich in einer Mietwohnung eine Schiebetür montieren?
Meist ja, wenn nur gebohrt wird und alles rückbaubar bleibt. Sobald Zargen verändert, Wände geöffnet oder feste Einbauten erstellt werden, sollten Sie vorab eine schriftliche Zustimmung des Vermieters einholen.
Welche Raumtrennung ist am günstigsten?
Ein Vorhang auf Deckenschiene ist meist am günstigsten. Für eine einfache, aber brauchbare Lösung sollten Sie etwa 150 bis 250 EUR einplanen, abhängig von Stoffgewicht und Schienenlänge.
Bringt eine Schiebetür Schallschutz?
Sie dämpft Geräusche, ersetzt aber keine massive Wand. Besser wird es mit dichtem Türblatt, Bürstendichtungen und möglichst kleinen Spalten an Boden und Wand.
Wie breit muss eine Schiebetür sein?
Das Türblatt sollte die Öffnung seitlich überdecken. Bei 86 cm Öffnungsbreite sind 96 cm bis 100 cm Türblattbreite üblich, damit keine störenden Sichtspalten entstehen.
Ist eine Falttür für das Badezimmer geeignet?
Ja, wenn das Material feuchteunempfindlich ist und der Raum gut gelüftet wird. Für ein Hauptbad wirkt eine Falttür oft einfach, für Gäste-WC oder Abstellnische ist sie praktisch.
Kann ein Vorhang Heizkosten sparen?
Er kann Zugluft und Kaltluftzonen mindern, vor allem zwischen Flur und Wohnbereich. Eine dicht schließende Tür ist energetisch aber wirksamer als Stoff.
